Tipp: HighKey erstellen

(c) 2005 Thomas Stölting Stand: 05.5. 2005

In der Fotografie unterscheidet man zwischen LowKey-, MediumKey- und HighKey-Aufnahmen. Damit ist nichts anderes als die Tonwertverteilung (siehe auch "Grundlagen Histogramm") in einem Bild gemeint.
Bilder mit einer sehr linkslastigen Tonwertverteilung (überwiegend dunkle Tonwerte) werden als LowKey- und Bilder mit sehr rechtslastigen Tonwertverteilungen (überwiegend helle Tonwerte)  als HighKey-Bilder grob einsortiert. MediumKey-Bilder weisen Tonwerte auf, die eher um die Mitte (Neutralgrau, Tonwert 127) konzentriert sind.

Im Folgenden wird gezeigt, wie man aus einem MediumKey- oder einem Bild mit einer relativ homogenen Tonwertverteilung ein extremes HighKey-Bild erstellen kann. Damit ist schon eine wesentliche Einschränkung für diese Technik genannt. Nicht alle Bilder eignen sich als Grundlage für ein HighKey-Bild.


Als Ausgangsbild für die folgende Bearbeitung dient dieses Portrait: 

Bild 1: Ausgangsbild mit Tonwertverteilung

Wie man sieht, ein Bild mit einem ausgeprägten MediumKey-Charakter. D.h. die Tonwerte sind vor allem in der Histogramm-Mitte angesiedelt.

  1. Original-Ebene durch "Ebene / Ebene duplizieren STRG+J" duplizieren

  2. Anlegen von Einstellungsebenen für "Farbton/Sättigung" und für "Gradationskurven" durch "Ebene / Neue Einstellungsebene / Farbton/Sättigung..." bzw. ".../ Gradationskurven SHIFT+STRG+ALT+M..."

    ACHTUNG: Durch das Anlegen von Einstellungsebenen können die einmal gemachten Einstellungen auch später ohne Verluste einfach verändert werden. Dies ist insofern wichtig, da die Auswirkungen dieser Einstellungen sehr deutlich sind und diese im Laufe der Bearbeitung u.U. mehrfach optimiert werden müssen.


  3. Diese Einstellungsebenen jeweils als Schnittmaske durch "Ebene / Schnittmaske erstellen STRG+G" einrichten

    ACHTUNG: Durch die Schnittmasken kann später zur Kontrolle des Bearbeitungsergebnisses leicht auf das Ausgangsbild durch Ausblenden der Bearbeitungskopie (siehe 1.) umgeschaltet werden.


  4. Die Sättigung wird nun durch einen Doppelklick auf die Einstellungsebene "Farbton/Sättigung" in der Ebenenpalette und durch Verschieben des Reglers "Sättigung" auf "-100" drastisch reduziert.

    ACHTUNG: Durch Reduzierung der Deckkraft dieser Einstellungsebene kann später einfach und schnell die Farbe nach Wunsch wieder zurückgeholt werden.

    Bisher ist folgender Bearbeitungsstand erreicht: 

       Ebenensituation nach Schritt 4.



  5. Nun kommt der etwas sensiblere Teil der Bearbeitung, nämlich die entscheidende Tonwertanpassung mit Hilfe der Gradationskurven. Diese wird durch ein Doppelklick auf die unter 2. erstellte Einstellungsebene "Gradation" (Kurven 1) bewirkt.
    Es kann an dieser Stelle keine allgemeingültige Einstellung genannt werden, sondern nur eine grundsätzliche Zielvorgabe. Bei der Anpassung der Gradation kommt es darauf an, die dunklen Tonwerte im Histogramm nach rechts, d.h. zu helleren Tonwerten hin zu verschieben. Dies erreicht man durch eine starke Anhebung der Gradationskurve im linken und mittleren Bereich der Kurve.
    Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel, wie sich die Veränderung der Gradationskurve auf das Bild und deren Histogramm auswirkt. 



  6. Lokale Bildstellen, die trotz der Tonwertanpassung eventuell noch etwas zu dunkel erscheinen, können mit dem "Abwedler-Werkzeug O" und der Einstellung "Bereich: Mitteltöne" und "Belichtung: 10%" oder noch besser mit der 50%-Grau-Ebenen-Technik noch vorsichtig nachgearbeitet werden (siehe auch Portraitretusche).

  7. Durch Reduzierung der Lab-Helligkeit mit Hilfe der Einstellungsebene "Farbton/Sättigung" kann die Gesamthelligkeit weiter beliebig verändert werden.

  8. Durch Reduzierung der Deckkräfte der Einstellungsebenen oder auch der unter 1. erzeugten Ebene mit der Original-Kopie können weitere Anpassungen vorgenommen werden.

Ein Ergebnis könnte dann z.B. wie folgt aussehen: 

   Bild 2: Ergebnis


Dieses Bild könnte dann z.B. auch als Ausgangsbasis für eine ColorKey dienen.

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